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News-Archiv

24.09.2017

BWRZ-Übung 2017


Bei der Katastrophenschutzübung der Österr. Wasserrettung wurden die Einsatzkräfte zu zahlreichen Szenarien gerufen und stets gefordert. Übungsannahme war ein Hochwasserereignis in einem EU-Staat, für das aus Österreich Hilfe angefordert wurde. Hier ein kurzer Überblick über die dreitägige Übung.

Aufgabe für die Mitglieder des Bundeswasserrettungszuges (BWRZ) Team Kärnten: Entsendung des Führungsstabs zur Koordinierung des Gesamteinsatzes, aller Nebenereignisse und des gesamten BWRZ-Personals. Auch ein Hochwasserboot samt Besatzung wurde angefordert. Des Weiteren stellte man zwei Übungsbeobachter, die die einzelnen Ereignisse analyierten und beurteilten.

Freitag, 22. September

Nachdem die Einsatzkräfte der ÖWR-Landesverbände am Nachmittag den vereinbarten Sammelpunkt in Deutschland verließen, ging es weiter in Richtung österr. Grenze. Nach einer kurzen Einweisung und Begrüßung begannen sofort die ersten Einsätze. Im Rahmen einer "fiktiven Grenzkontrolle" wurden die Einreise abgewickelt.

Am Sammelplatz wurden die Einsatzkräfte der Bundesländer durch das BWRZ-Kommando über die Lage

im Krisengebiet informiert.

Beim BWRZ-Logistikzug wurden u.a. die Funkgeräte für die Dauer des Katastropheneinsatz ausgegeben.

Auf einem neben der Autobahn liegenden Kontrollplatz erfolgte die Zoll-/Grenzkontrolle.

Die ersten Trupps wurden gleich danach für einen Einsatz angefordert, die anderen zum Base Camp eskortiert. Es galt sämtliche Infrastruktur vor Ort aufzubauen. Binnen kurzer Zeit entstand eine Zeltstadt, die das vorübergehende Quartier für die Einsatzkräfte darstellte. Nach und nach langten beim Führungsstab neue Einsätze ein, die es nach den staatlichen Katastrophen- und Krisenmanagement-Richtlinien zu koordinieren galt. Die Wasserretter mussten u.a. eine Vermisstensuche im Strandbad Bregenz, eine Evakuierung eines Schulbusses mit 20 Kindern/Jugendlichen  oder einen Nachttaucheinsatz bei der Festspielbühne durchführen. Gegen 23 Uhr wurde wieder Alarm ausgelöst - mehrere Trupps wurden angefordert. Die Einsätze zogen sich durch die ganze Nacht.

Auch in der Nacht wurden Personen am Bodensee oder Rhein bzw. an Land gesucht, gerettet und erstversorgt.

Foto © ÖWR Vorarlberg

Samstag, 23. September

Sachgütertransporte, Evakuierungen und Personensuchen am Neuen Rhein beanspruchten die Einsatzkräfte bis ca. 2:00 Uhr Morgens. Des Weiteren musste die Dammbeobachtung sichergestellt werden. Nachdem alle Akuteinsätze abgeschlossen waren, rückten die Rettungskräfte wieder ins Base Camp ein. In den frühen Morgenstunden, gegen 3:15 Uhr, sorgte ein Platzregen (inszeniert durch die FF Bregenz) für nasse Zustände im Camp. Dieser führte wenig später wieder zu den nächsten Einsätzen. Um 4:00 Uhr mussten einige Trupps ihren Schlaf unterbrechen und ausrücken. Suchaktionen und Personenrettungen im Bereich des Alten Rheins und Evakuierungsmaßnahmen bei Höchst standen am Programm. Nachdem auch diese Aufträge erledigt wurden, konnten die Wasserretter wieder einrücken und etwa zwei Stunden schlafen.

Ein Team musste dann um 8:00 Uhr zu einer Personensuche nach Mellau ausrücken; der gesamte Rest gegen 9:00 Uhr zu einem Großereignis beim Baggersee in Rankweil. Dort galt es mehrere Personen und auch Tiere zu evakuieren. Bei diesem Übungsteil wurde auch umfangreich mit dem Roten Kreuz sowie der Polizei (Hubschrauber BM.I) zusammengearbeitet. Zu Mittag wurden zwei Personen in einem überfluteten Keller beim LHK Rankweil gemeldet. Die Taucher mussten diese aus einem gefluteten Hochbehälter holen. Nachmittags galt es u.a. am Stausee Bolgenach Personen zu suchen, eine abgestürzte Person aus einer Schlucht zu retten und am Bodensee eine große Suchkette mit Booten zu bilden.

Im Rahmen der Übung waren auch verschiedene Erste-Hilfe-Leistungen zu bewältigen und geschockte

Personen zu betreuen.

Nach der erfolgreichen Rettung der "Betroffenen" wurden auch 20 Schafe mit Booten in Sicherheit gebracht.

Abends langte bei der Einsatzleitung die Meldung ein, dass ein Fahrzeug in eine überflutete Unterführung gefahren ist und mehrere Personen verletzt bzw. vermisst seien. Taucher und Fließwasserretter rückten an, um diesen Einsatz abzuarbeiten. Da die Feuerwehr im Rahmen der Übungsannahme bei anderen Einsätzen gebunden ist, wurde auch das Auto aus der überfluteten Zone geborgen.

Im Base Camp fanden sich am späteren Abend auch die zuständigen Behördenvertreter und Verbindungsorgane der anderen Einsatzorganisationen zur Lagebesprechung ein. Aufgrund steigender Pegel ließen weitere Einsätze nicht auf sich warten. Gegen 21:00 Uhr rückten alle Einsatzkräfte zu einer großangelegten Evakuierung einer Siedlung bei Hard in der Schanz, direkt am Bodensee, aus. Rund 80 instruierte Betroffene mussten von ihren Häusern aus dem Überschwemmungsgebiet geholt werden. Mehrere, teils schwer verletzte Personen mussten behandelt werden. Auch dieser Einsatz dauerte mehrere Stunden; die Einsatzkräfte rückten gegen 2:00 Uhr wieder ins Camp ein.

Sonntag, 24. September

Gegen 8:00 Uhr erreichte das BWRZ-Kommando die Meldung, dass das Camp notevakuiert werden muss, da es in Kürze überflutet wird. Alle Zelte und die weitere Infrastruktur mussten abgebaut, verladen und abtransportiert werden. Der BWRZ verlegte dann im Konvoi von Bregenz nach Feldkirch. Dort fand schlussendlich auch die Abschlussbesprechung statt bei der Sebastian Hellbock, Übungskoordinator der ÖWR Vorarlberg, die Szenarien der vergangen Tage Revue passieren ließ und den Wasserrettern für ihre engagierte Teilnahme dankte. Auch der Vorarlberger Sicherheitslandesrat, Ing. Schwärzler, und Mag. Stocker vom Innenministerium zeigten sich sehr zufrieden mit den Leistungen und lobten in ihren Ansprachen alle Beteiligten.

Das Kärntner Team der BWRZ-Übung 2017 mit LR Ing. Schwärzler, Mag. Stocker (BM.I) und den ÖWR-
Kameraden aus Vorarlberg, die u.a. die Übung organisierten (Mag. Michael Beyrer, Landesleiter Hermann Vögel,

Landeseinsatzleiter Ing. Sebastian Hellbock)

Abschließend möchten wir den Vorarlberger ÖWR-Kollegen und allen Beteiligten für die gelungene Planung und Organisation dieser dreitägigen Übung recht herzlich danken. Für die Einsatzkräfte war es eine spannende Bundesübung, die äußerst engagiert vorbereitet wurde. Dank gilt natürlich auch den 13 Kärntner Wasserrettern, die an dieser Übung teilnahmen und sich annähernd drei Tage durchgängig den einzelnen Szenarien stellten.

 

Links zur BWRZ-Übung: